Eine Welle.
Es begab sich in einem Wellental, da lebte eine kleine Welle mit samt blauem Kronenhaar. Sie ist die schönste, dachte es bei sich und wog sich innen und auch äußerlich. Es verging die Zeit, ja wie im Fluge, doch die Welle wurde immer mutiger.
Sie schwenkte ihr blaues Kronenhaar gar allzu kräftig in dem Tal.
Da sprach mit einmal das Wellental "He, Welle, schwenk nicht zu doll dein Kronenhaar! Die anderen Wellen wollen auch mithalten doch du lässt Sie einfach niederfallen."
Die kleine Welle forsch und keck antwortete: "Dies ist mein Recht! Nicht für umsonst bin ich geboren, um zu reiten auf deinen riesen Kronen!"
Da wurde es dem Tal zu viel und Sie schickte einen Sturm hierfür. Dies entriss dem Tal die kleine Welle, welche sich sehr bedankte hierfür.
Endlich war sie frei für Taten ohne Rücksicht auf die Kameraden.
Doch die Freude hielt nicht lange, denn das blaue Kronenhaaar entschwand in einem dichten Sturmeshaar.

"Wo ist meine Krone!", rief die kleine Welle nun, "dies war meine einzige eigene", und nun verschwand der Übermut.
"Oh, könnt ich wieder in meinem schönen Tale sein, so würd ich nie wieder gemein und eitel sein. Die anderen Wellen, würd ich lassen um zu reiten auf meiner Krone sich zu freuen an dem mächtigen Tale."
Der Sturm erhörte das Flehen dieses Wellen klein und ließ sich nieder auf dem weiten Ozean. Die kleine Welle kehrte ein in ihr Tal und versprach nie wieder so zu sein wie ein gemeiner Prahl.
Nun ist es wieder ausgeglichen hier in diesem Wellental.
Die kleine Welle entwuchs zu einem riesen Tal, doch die Erinnerung an die Stunde, wo sie ward entrissen aus dem Schoße, ließ sie nie wieder vergessen, welche Not sie damals bot.
Sie hat seit diesen Stunden viele kleine Wellen entbunden.
Jeder ihrer Kinder klein gibt sie mit aus die Reise einen Ratschlag fein. : " Seid immer artig und auch nicht zu ungestüm, denn die anderen Wellen haben das gleiche Recht so fein zu sein wie meine Wellen klein !", und sie nickten mit den Kronen zart, und gaben ein Zeichen für ein neues Wellenbad.